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#27 Sexarbeit - Kriminalisierung durch die Hintertür?

#27 Sexarbeit - Kriminalisierung durch die Hintertür?

45m 36s

Nach wie vor wird in der öffentlichen Meinung Sexarbeit stigmatisiert, und es gibt Vorstösse, die auch in der Schweiz das sogenannte «Schwedische Modell» einführen wollen. Das Modell kriminalisiert die Kunden der Sexarbeitenden, führt aber zu einer allgemeinen Repression der Sexarbeit an sich, sagt Rebecca Angelini, Geschäftsleiterin von ProCoRe, dem nationalen Netwerk, das sich für die Rechte von Sexarbeiter:innen einsetzt. Die Diskussion verschleiert aber auch, sagt Rebecca Angelini, dass Sexarbeiterinnen bereits heute mit unzähligen Hürden und Hindernissen zu tun haben, im Migrationsrecht, im Sozialversicherungsrecht, bei der Gesundheitsprävention. Das, obwohl Sexarbeit in der Schweiz spätestens seit einem Bundesgerichtsurteil aus dem Jahr 2021...

#26 Die KI liegt falsch - und Menschenrechte werden verletzt

#26 Die KI liegt falsch - und Menschenrechte werden verletzt

41m 53s

Die künstlichen Intelligenzen können vieles, sie erfinden Geschichten, geben Auskünfte, organisieren das Leben, generieren Bilder. Sie können aber bei alledem auch Persönlichkeitsrechte verletzen und sie wirken manchmal direkt diskriminierend. Besonders problematisch wird das, wenn künstliche Intelligenzen von Behörden eingesetzt werden und diese KI dann falsche Auskünfte geben oder bestimmte Menschengruppen diskriminieren. Da kann sich, sagt Liliane Obrecht, Rechtswissenschaftlerin und Expertin für Fragen rund um KI, eine Behörde nicht ihrer Verantwortung entziehen. Und sie erklärt, warum.

#25 Keine Wohnung, weil Ausländer*in

#25 Keine Wohnung, weil Ausländer*in

40m 42s

Viele, allzu viele Menschen mit Migrationshintergründen machen die Erfahrung, dass sie bei der Wohnungssuche diskriminiert werden, schlicht aufgrund ihrer Herkunft. Das ist rassistisch, aber das Schweizer Recht kennt dagegen fast keine Rechtsmittel, obwohl sowohl das Recht auf Wohnung wie auch der Schutz vor rassistischen Handlungen rechtlich garantiert sind. Einmal mehr zeigt sich - der Menschenrechtsschutz in der Schweiz ist auch hier löchrig. Wie die Löcher gestopft werden könnten, zeigt die Juristin Marisa Beier auf, die sich in ihrer Forschung intensiv mit einem der fundamentalsten Sozialrechte beschäftigt hat: dem Recht auf Wohnen.

#24 Féminicides - la prévention reste insuffisante

#24 Féminicides - la prévention reste insuffisante

47m 2s

Toutes les deux semaines, une femme est assassinée par son partenaire en Suisse. Dans de nombreux cas, la police et les autres autorités sont conscientes du danger, mais n'interviennent pas, souvent parce que les signes ne sont pas reconnus. Ce scandale doit cesser, mais comment ? Lors d'un débat public à la Käfigturm à Berne, Gian Beeli, codirecteur du Bureau fédéral de l'égalité entre femmes et hommes, Blertë Berisha, codirectrice de l'organisation faîtière des maisons d'accueil pour femmes, et Sophie Delessert, directrice du Bureau de l'égalité entre femmes et hommes et des questions familiales de Fribourg, ont discuté des mesures...

#24 Feminizide - nach wie vor zu wenig Prävention

#24 Feminizide - nach wie vor zu wenig Prävention

46m 26s

Jede zweite Woche wird in der Schweiz eine Frau von ihrem Partner ermordet. In vielen Fällen wissen Polizei und andere Behörden von der Gefährdung, schreiten aber nicht ein, oft werden die Anzeichen nicht erkannt. Dieser Skandal muss enden - aber wie? In einer öffentlichen Diskussion im Käfigturm in Bern diskutieren Gian Beeli, Co-Direktor des Eidgenössischen Bureaus für die Gleichstellung von Frau und Mann, Blertë Berisha, Co-Geschäftsleiterin der Dachorganisation der Frauenhäuser und Sophie Delessert, Leiiterin des Freiburger Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und für Familienfragen über die dringenden Massnahmen, die getroffen werden müssen, um die fundamentalen Rechte der...

#23 Eine Wächterin über die Menschenrechte in der Schweiz

#23 Eine Wächterin über die Menschenrechte in der Schweiz

43m 19s

Seit eineinhalb Jahren ist sie operativ, hat Tagungen organisiert, in einzelnen Fällen interveniert, ihre Arbeitsfelder definiert: die Schweizerische Menschenrechtsinstitution SMRI ist die neu geschaffene Wächterin über die Menschenrechte in der Schweiz. Sie soll, als staatliche Institution die Einhaltung der Menschenrechte in der Schweiz überwachen, Impulse geben, Stellung beziehen. Doch sie ist, sagt ihr Direktor Stefan Schlegel, finanziell und personell schwach aufgestellt und bräuchte dringend mehr Mittel, um auch international anerkannt zu werden. Umso mehr, als es viele, sehr viele Baustellen gibt in Sachen Menschenrechte in der Schweiz.

#22 Wenn eine Haft tödlich endet

#22 Wenn eine Haft tödlich endet

40m 48s

Wer verhaftet wird, oft mitten aus dem Alltag heraus, und wer dann in Untersuchungshaft kommt, allein in einer Zelle landet, erleidet häufig einen Schock. Dieser Haftschock endet für viele, viel zu viele Menschen in einem Schweizer Gefängnis mit dem Tod, in den meisten Fällen durch Suizid. Warum die Schweiz in der Suizidstatistik in Gefängnissen im europäischen Vergleich fast an der Spitze steht, erklärt Livia Schmid, Leiterin der Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug bei humanrights. Und sie sagt, auch, was es braucht, um die Rechte der Betroffenen effektiv zu schützen, und um dafür zu sorgen, dass die Schweiz bei diesem Thema...

#21 Manifester en Suisse :  un droit qui a un prix

#21 Manifester en Suisse : un droit qui a un prix

27m 40s

Le droit de manifester ne va pas de soi en Suisse. À quelles difficultés les personnes qui organisent ou participent à des manifestations se heurtent-elles ? Quelles sont les limites de ce droit ? Les manifestations sont remises en question, alors que la liberté d’expression et de réunion pacifique est plus importante que jamais, dans un contexte politique qui ne cesse de se polariser. Anita Goh, juriste au sein d’Amnesty International Suisse et chargée de campagne pour le droit de manifester, explique pourquoi le droit de manifester est menacé en Suisse. Episode en français, die deutsche Übersetzung findet sich in...

# 20 Wenn Menschenrechte vor Gericht kommen

# 20 Wenn Menschenrechte vor Gericht kommen

71m 9s

Menschenrechte sind zwar universell, auf ihnen ruhen die meisten Grundsätze, die unser Zusammenleben steuern, beeinflussen, bestimmen. Aber damit sie zur Geltung kommen, müssen sie auch regelmässig angerufen werden - vor Gerichten, die über ihre Tragweite entscheiden. Wie sie das tun, und warum Recht haben und Recht bekommen nicht dasselbe ist, darüber diskutieren die Staats- und Völkerrechtsprofessorin Helen Keller, die Rechtsanwältin Xenia Rivkin und Johannes Wendland, Rechtsexperte beim Hilfswerk HEKS bei eine Live-Aufnahme im Berner Käfigturm. Und sie waren sich einig, dass Menschenrechte mehr ins Gespräch kommen müssen, gerade in Zeiten wie diesen, wenn sie von so vielen Seiten her bedrängt...

#19 SLAPPs – Ohrfeigen für die Menschenrechte

#19 SLAPPs – Ohrfeigen für die Menschenrechte

42m 19s

Klagen, um Medienschaffende oder Nichtregierungsorganisationen mundtot zu machen, zu zermürben, nehmen zu, in der Form von sogenannten «Strategic Lawsuits Against Public Participation», kurz SLAPPs. Den klagenden, mächtigen Konzernen geht es dabei nicht darum, Sachverhalte richtigzustellen, oder auch nur, vor Gericht zu gewinnen; das Ziel einer SLAPP ist es einzig, den Medienschaffenden oder einer Nichtregierungsorganisation eine Ohrfeige zu verpassen, damit sie schweigen. Warum das ein Angriff ist auf die Menschenrechte und schädlich für die Demokratie, erläutert Michael Burkard, Rechtsanwalt und Co-Geschäftsleiter von Impressum.